Hapkido – was ist das eigentlich, und wenn ja, welchen Gürtel hast du?

Hapkido – was ist das eigentlich, und wenn ja, welchen Gürtel hast du?

Klingt ein bisschen verwirrt, die Überschrift, aber villeicht passt sie ja zu dieser Sportart, bei der Mädchen und Jungen, Frauen und Männer aller Altersstufen gemeinsam tarinieren, immer wieder laute Schreie ausstoßen, sich gegenseitig durch die Luft schleudern und auch schon mal barfuß Holzbretter zertreten?
Ehrlich gesagt, habe ich die Überschrift nur gewählt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Hapkido ist keineswegs verwirrend, sondern das Gegenteil: Pure Konzentration – auf den Augenblick, auf die Energie, auf das bewusste Handeln.

Also nochmal: Hapkido – was ist das eigentlich?
Eine koreanische Kampfsportart, die zahlreiche Wurf-, Tritt und Schlagtechniken vereint, Hebeltechniken sowie die Handhabung unterschiedlicher Waffen. Hapkido ist durchaus dazu geeignet, sich selbst oder andere im Bedarfsfalle zu verteidigen, aber der Ausgangs- punkt ist immer der Sportler selbst, der „Kampf“ gegen sich selbst: Wie bewußt kann ich meinen Körper führen, wo sind meine eigenen Grenzen und wie kann ich sie erweitern, wie verwandele ich meine Bequemlichkeit in Energie oder meine Ängste in Mut?

Aha, und welchen Gürtel hast du?
Uwe Warnecke, Meister des 5. DAN und Trainer der Meiendorfer Hapkido-in betont: Es kommt gar nicht darauf an, welchen Gürtel du hast, denn den kannst du für 4,95 Euro im Warenhaus kaufen, sondern darauf, was du – gemessen an dir selbst – kannst.  Und das ist das Besondere am Hapkido, im Unterschied zu anderen Kampfsportarten: Es gibt keine für alle geltenden Vorschriften, welche Aufgabe du zum Erwerb eines gelben, blauen, roten oder schwarzen Gürtels erledigen musst, sondern die Frage ist, wie du dich zu deinem letzten Stand selber weiterentwickelt hast! Deshalb können ein 12 jähriges Mädchen, ein 30jähriger Mann oder auch ein 68jähriger die Prüfung zum selben Gürtel ablegen und es werden ganz unterschiedliche Anforderungen gestellt. So ähnlich wie in der Schule, in der es keine Noten gibt und jedes Kind nach seiner Begabung zu seinem Besten gefördert wird.

Aber wer kann das denn beurteilen, wie sich jemand entwickelt hat?
Die Antwort gab uns die aktuelle, öffentliche Hapkido-Prüfung in der Meiendorfer Sporthalle Finnmarkring am Samstag, den 5. September 2015.
Angereist war der koreanische Großmeister Choi Kil Bong, Träger des 8. von 9 möglichen Schwarzgurt-Stufen. Er betreut europaweit alle Daehan Minguk Hapkidogruppen und kennt erstaunlicherweise jeden Hapkido-in (wobei „in“ das koreanische Wort für „Mensch“ ist) und kann ihre Leistungssteigerung beurteilen. Somit scheint sich die Konzentration der Sportart auch auf den Geist auszuwirken…

Alle zur Prüfung Angetretenen erwarben ihren nächsthöheren Gürtel. Das ist aber auch nicht erstaunlich, weil der Meiendorfer Meister zuvor entscheidet, wen er zur Prüfung aufstellt – und er kennt seine Sportler in ihren Möglichkeiten fast so gut wie sich selbst . .

Es war eine spannende Prüfung! Schon das Zuschauen ließ den Adrealinspiegel steigen: Von überzeugenden Befreiungstechniken bis zu hochdramatischen Wurftechniken, vom weißen bis zum Rot-schwarzen Gürtel, den keiner hat, aber jeder kann.

 

Interessant? Und wenn ja:

Einfach mal selber probieren. Hapkido in unserer Sporthalle:
Mittwoch 18:30 – 20 Uhr,
Freitag 19 – 20:30 (Anfänger) / 20:30 – 22:00 /Fortgeschrittene),
Sonntag 12- 14 Uhr.

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